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Russlandfeldzug

II./Artillerie Regiment 117 Kriegstagebuch   

Dezember 1941 bis Januar 1943

 

III./Artillerie Regiment 117

Chronik Mai 1943 bis zur Vernichtung am 12. Mai 1944

 

Prütznow

unter Polen und Russen

von März 1945 bis Mai 1946,

ein Tagebuch von Brunhilde Dallmann

 

 

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Russlandfeldzug

Artillerie-Regiment 117

Kriegstagebuch der II. Abteilung

Für die Zeit vom 13.12.1941 bis 20.01.1943

Bearbeitet von Horst Kaiser

Textfeld: Von September 1941 bis zu meiner Verwundung im Juli 1943 habe ich, Jahrgang 1923, am Russlandfeldzug als Angehöriger des Artillerie-Regimentes 117 in der 111. Infanterie-Division teilgenommen.
Im Herbst 2004 erfuhr ich zufällig, dass am Vortag bei Ebay dieses Tagebuch versteigert worden ist. Durch Vermittlung des Verkäufers, der das Tagebuch im Nachlass seines Großvaters gefunden hatte,  erhielt ich vom Käufer eine Kopie dieses Tagebuches.

Das Tagebuch ist im Original im Format DIN A 3 geführt worden; die Kopie ist daher unterteilt in 2 Blätter (links und rechts). Ich habe das linke Blatt des Tagebuchs mit einem OCR-Programm eingelesen und die Angaben des rechten Blattes (Wetterlage, Gesundheitszustand, Ersatz, Munitionsverbrauch; - Zu- und Abgang unterstellter Truppen; - Erfahrungen; - Bemerkungen)  in Kursivschrift hinzugefügt (für einige Blätter fehlt die rechte Seite). Außerdem  habe ich Kartenausschnitte in den Text zu den einzelnen Ereignissen eingearbeitet.
Die in dem Tagebuch genannten Orte sind in den Karten unterstrichen. Die Schreibweise im Tagebuch und in den Karten weicht teilweise voneinander ab; die in den Karten habe ich in dem Text unter den Karten in Klammern angegeben. Die Abkürzung „Mal.“ bei Ortsnamen steht für Malaja = Klein.
Das Tagebuch beginnt mit dem 13.12.1941, wenige Tage, nachdem die Division im Raum und der Stadt Debalcevo im Donez-Becken (Kohlerevier) eingetroffen war, wo sie 7 Monate liegen blieb.                                 

Vorangestellt habe ich eine Übersichtskarte, die ich vor Kenntnis des Tagebuches nach meiner Erinnerung für die Zeit ab Dezember 1941 bis zu meiner Verwundung im Juli 1943 bei Taganrog angefertigt hatte und in die ich in schwarz den Weg laut Tagebuch ab Debalcewo bis zur Auflösung der Abteilung am 20.01.1943 ergänzt habe.

Meine persönlichen Erfahrungen in dieser Zeit sind Teil meines Berichtes über „Meine Kriegszeit“.   Außerdem habe ich die nachstehend eingefügten Karten in größerer Abbildung mit ausführlichen Bemerkungen aus meinem persönlichen Erleben ergänzt und in einer besonderen Darstellung „Kriegstagebuch der II./AR.117 – Landkarten und Anmerkungen“ zusammengestellt.
Nach Erscheinen der Bilder „Diaschau“ anklicken und navigieren mit der Navigationsleiste, die verschwindet wenn man den Cursor vom Bild nimmt.
Textfeld:
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Die eingefügten Landkarten können in größerer, besserer Qualität abgerufen werden unter http://picasaweb.google.de/hokaiser/AR117KartenUsw

 

Eine ausführliche Darstellung der Ereignisse hat Major Friedrich Musculus in seinem 440 Seiten starken Buch „Geschichte der 111. Infanterie Division 1940 – 1944“ gegeben. Das Buch ist leider vergriffen; es soll aber in Deutschland über Bücherei-Fernleihe zu beschaffen sein.

Es wäre sehr zu begrüßen, wenn sich die Inhaber der Rechte dazu entschließen könnten, eine Kopie des Buches im Internet allgemein zugänglich zu machen, um kurzfristige Recherchen zu ermöglichen.

 

 

 

Teil 1:  Debalcewo    Von Dezember 1941 bis 6. Juli 1942

 

 

 

Tag

Uhrzeit

Unterkunft

Darstellung der Ereignisse

Wetterlage, Gesundheits-     Zu- und Abgang            Erfahrungen           Bemerkungen

Zustand, Ersatz                   unterstellter Truppen

Munitionsverbrauch

 

 

13.12.1941                                                                                                                                         

Nachdem Oktjarbrsky gesäubert, geht I.R.70 mit angewiesener II. Abteilung zur Verteidigung   über! Gliederung gem. Reg. Befehl des I.R.70. Die 5. und 6. Battr. lockern ihre  Feuerstellungen auf, verbleiben aber im selben Raum. Die 4. Battr. soll zur Unterstützung des I./ I.R.7o die Feuer­stellung in Gegend 344 und die B‑Stelle nach Nowo Wergelewka legen. Die Munitionslage ist durch Transportschwierigkeiten angespannt und daher sparsamer Verschuß geboten.

                       Tauwetter, dunstig,

                       17 Schuß

 

 14.12.            Die 4. Battr. wird zu einer Sondergruppe zum Flankenschutz nach Luganskoje abgestellt.                          1 Geschütz der Battr. bleibt in der Feuerstellung der 6. Battr. als Arbeitsgeschütz.

 

15.12.           Das Einschießen auf Sperrfeuerräume kann der Sicht wegen nicht durchgeführt werden.   

                       Schneefall, Nebel

                       49 Schuß

 

16.12.            Die Battr. schießen sich auf die Sperr‑ und Vernichtungs­feuerräume ein.        2o.30 Uhr      Feuerüberfall auf   Tschernuchino

                      31 Schuß

 

17.12.           Der A.V.T. koppelt die   Feuerstellungen.

35 Schuß

 

Textfeld:  Ohne Gefechtshandlungen. Oblt. Hövel   wird Führer der  6. Battr.   Lt. Bartholomes übernimmt die Geschäfte des Adjutanten.    Lt. Lohse wird Führer der Stabsbatterie und Oblt. Foltmann Führer der 4. Battr.
Die Verpflegung muss mit Gespannfahrzeugen von Artenowsk geholt werden. Die Fahrstrecke muss in 2 Etappen eingeteilt werden. Die Fahrer der Verpflegungswagen leisten ausserordentliches, da das Tauwetter die Strassen in kaum passierbaren Zustand versetzt.
Frost, Nebel
Gesundheitszustand schlecht
häufiges Auftreten von Erfrierungen und Ausfälle,
Darmkrankheiten, offene Wunden an den Beinen infolge Verlausung


                                                                                                                        

18.12. bis

20.12.   

 

21.12.          Die 5. Battr. wird angewiesen, Teile des I.R.117 bei der Wegnahme einiger noch von Russen besetzter Kasernenblocks durch Feuer zu unterstützen. 

                        60 Schuß

 

22.12.           Gegen l0.00 Uhr greift der Russe Debalzewo und Wergelewka an.  Artillerieunterstützung zur  Abschlagung des Angriffs ist bei der schlechten Sicht nicht möglich. I.R.177 muß im Verlauf des Nachmittag den Südteil von Debalzewo räumen. Der Russe erreicht den Ostrand von Oktjarbrsky und besetzt den Bahndamm.

                      Nebel, 135 Schuß

 

23.12.           5. und 6. Battr. unterstützen I.R.70 in der Abwehr weiterer russ. Angriffe und schießen             Vorbereitungsfeuer für die Gegen­stöße zur Wiederherstellung der alten Lage. 4. Battr. tritt wieder zur Abteilung und bezieht Feuerstellung im Russendorf und B‑Stellung in Nowo Wergelewka.

          251 Schuß

 

24.12.            In Debalzewo ist die Lage nicht wieder hergestellt. II. Batl. 70 wird erneut darauf angesetzt. Die 5. Battr. unterstützt das Unternehmen, während die 6. Battr. den Abschnitt vor dem I.R.70 überwacht. Feindl. Bereitstellungen südl. Debalzewo und in Kommissarowka werden schon in der Entwicklung zerschlagen. Es gelingt bis gegen Abend an fast allen Stellen die alte H.K.L zu besetzen.

                       Bedeckt, ab Mittag Schneefall

 

25.12.1941  5. Battr. unterstützt die letzten Säuberungsaktionen in Debalzewo.

 Nowo Grigorjewka wird gegen Mittag von einmotorigen Bombern im Tiefflug  angegriffen. Die Bomben detonieren nicht.

 

26.12. und  Keine Gefechtshandlungen. Rege Tätigkeit der russ. Luftwaffen.

27.12.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    

28.12.          13 Stukas bombardieren den Panzerzug in der Nähe des Bahnhofs Baronskaja.

                     Der `Panzerzug wird aus den Schienen geworfen.

                                                                                                                                                                                               

29.12. bis

 31.12.         Keine Kampfhandlungen. Störungsfeuer auf die umliegenden Ort­schaften. In der  Sylvesternacht rege Flugtätigkeit.                       

 

 

 

 

Debalcewo (Debal’ceve) – Nowo Grigorjewka (Novohryhorivka) – Wergelewka (Verhulivka) – Tschernuchino (Cornuchyne) – Oktjabrskij (ist wohl ein Stadtteil von Debalcewo; den Namen habe ich auf Grund der gezeichneten Form des Ortes zugeordnet) Quelle der Zeichnung: "Geschichte der 111. Infanterie Division 1940 - 1944" Friedrich Musculus, Herausgegeben vom Traditionsverband der 111. Infanteriedivision e. V."

 

                                         

 

1.1.1942      Starke feindliche Fliegertätigkeit. Nowo Grigorjewka wird von Ratas mit  

                        Bordwaffen angegriffen.  (Anmerkung 2007: vermutlich handelt es sich um Novehryhorivka,   das bei Debalcewo [Debal’ceve] liegt.)

 

 

 

2.-5.1            Keine Kampfhandlungen.

  Am 5.1. hat die 5. Battr. beim Feuerüberfall auf Tschernuchino einen                   Frühzerspringer 12 m vor dem Rohr. Es treten keine Verluste ein.

 

6.1.                Hptm .Kuck geht mit schwerer Gelbsucht ins Lazarett.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 

7.-8.1.            Ruhiger Verlauf.

 

10.1.              Nach Gefangenenaussage beabsichtigt der Russe am 13.1. einen größeren Angriff.

 

  11. u. 12.1     Keine Kampfhandlungen. Am 12.1. schießt der Russe mit leichtem Kaliber etwa l0 Schuß Störungsfeuer auf Nowo Grigorjewka.  (Anmerkung: siehe 1.1.1942).

 

 

13.1.              Starkes Störungsfeuer der Abt. auf Kommissarowka, Tschernu­chino und    verschiedene Zielpunkte. Der Russe greift jedoch nicht an.            

14.1. bis

26.1.              Keine Kampfhandlungen. Gelegentliches nächtliches Störungs­feuer  der Abt. auf    Tschernuchino und Kommissarowka

 

      27. 1.               Keine Kampfhandlungen. Starkes russ. Störungsfeuer schw. Kalibers auf Nowo      Wergelewka dabei jedoch viele Blind­gänger. Eigenes Störungsfeuer auf Tschernuchino und Z.P. 415.

 

28.1.               Keine Kampfhandlungen

 

29.1.               Der Russe ist bei Slawiansk in etwa 80 km Breite auf Losowaja durchgebrochen.  Um Gegenmaßnahmen einleiten zu können werden Teile unserer Div: herausgezogen.  

                 Aus der II. Abt. wird die 5. Battr. mit 3  Geschützen abgestellt.

 

30.1., 31.1.

bis 9.2.       Keine Kampfhandlungen. Die Battrn. schießen sich auf neue Zielpunkte ein. Die  Pferdelage ist katastrophal. Immer neue Pferde gehen an Erschöpfung ein, manchmal   mehrere an einem Tage. An Körnerfutter wird etwa 400 gr. Hafer pro Pferd und Tag

                      geliefert. In der Umgebung der Protzenstellung ist alles Stroh verbraucht.

 

11.2. bis 13.2.

                       Keine Kampfhandlungen. Zwecks Einsparen von Futterration soll ein Teil der wegen Erschöpfung dienstunfähigen Panje­pferde getötet und der Ernährung der   Zivilbevölkerung zuge­führt werden.

14.2. bis

16.2.1942       Keine besondern Kampfhandlungen. Nur der Panzerzug ist in den letzten Nächten häufig da gewesen und hat Störungsfeuer geschossen. Er ist aber sehr vorsichtig und beschussempfindlich geworden. Die 4. Battr. Ist besonders auf seine Feuerstellungen eingeschossen und vertreibt ihn bereits mit den ersten Schüssen.

                        In Debalzewo ist eine Frontbühne eingetroffen, zu deren Vor­stellungen  die Abteilung  gewöhnlich mehrere Plätze für die Einheiten verteilt. Die drei Stunden voll Frohsinn und Laune bilden ein wichtiges Gegengewicht gegen die Eintönigkeit des  russ. Winters.

                        In den rückwärtigen Gebieten wird besonders Wert auf Panzer­abwehr und      Panzerhindernisse gelegt. Die Abteilung bekommt T‑Minen und beginnt die Ausbildung von Panzerbekämpfungstrupps

                         Tauwetter, starke Nebel, 8 Schuß

                         Gesundheitszustand: Vermehrte Grippe-

                        Erkrankungen, häufiges Auftreten von Zahnfleisch-

                        und Hauterkrankung

                       Lt. v. Gösseln wird von der 4. Battr. zum Stab versetzt.      

                        501 Schuss

                       Schneefall, leichter Frost

                       Am 17.3.: 3 Mann Ersatz, Genesene

                       Gesundheitszustand: allgemein gut

                       4 Schuss

                 

 

 

17.2. bis

           20.2.               Nichts Neues. ‑ Der Regimentskommandeur beabsichtigt, ein Lichtmeßsystem    aufzuziehen, um durch Auswertung nächtlicher Abschüsse die Standpunkte feuernder russ. Battrn. auszumachen. Es ergeben sich jedoch außerordentlich große Schwierigkeiten.

 

Zur Unterbindung des russ. Agenten‑ und Nachrichtendienstes müssen ab heute lt. Armeetagesbefehl für jede Fahrt außerhalb des Standortes Marschbefehle ausgeschrieben werden.

                       Leichter Frost, 178 Schuß

 

21.2.               Nahaufklärer melden eine russ. Marschkolonne aller Waffengattungen in Richtung auf    unseren Frontabschnitt, darunter 4o Panzer. Im Frontabschnitt selbst Ruhe.

 

22.2.                 Am 23. ist der Tag der Roten Armee. Man rechnet mit einem Angriff der Russen. Seit         2 Tagen herrscht eine verdächtige Ruhe. Auch der Panzerzug schießt nicht mehr. Anscheinend sammelt die russ. Artillerie Munition für besonders starke Feuerüberfälle. Wir schießen in der Nacht verstärktes Störungsfeuer und haben Alarmzustand.

Warmes, sonniges Wetter

Ab 21.    28 Schuß

 

                             23.2.              2.25 bis 3.00 Uhr gewaltiger Feuerüberfall der feindl. Artillerie. Mehrere hundert Schuß schweren, mittleren und leichten Kalibers, besonders auf Wegewka  Dort greift der Russe beim I.R.5o mit etwa 300 Mann an. Wird aber in der deutschen Minensperre durch Sperrfeuer der Artillerie und der schweren Waffen zersprengt und unter Verlust von 6o Toten zurückgeworfen.

                        59 Schuß

 

24. und

25.2.               Nichts Neues.

25.2.

26. 2.              Unser Regiments‑Kommandeur, Herr Oberstlt. Barth, ist mit Wirkung vom 1.2. zum       Oberst befördert, Abt.Vertr. Dr.Günther m.W. vom 1.10.41. zum Oberveterinär. Nebel, Starkes Tauwetter macht die  Wege grundlos; da der

Textfeld:                         Schlamm sowohl Munitions‑ wie auch Ver-     pflegungsnachschub verhindert,  ist von Debalcewo nach Chazepetowka eine Schmalspurbahn in Betrieb  genommen. So ist der Nachschub zunächst gesichert,

              wenn auch der Schienensrang teilweise unter  Wasser steht und an manchen Stellen die Holzunterlage weggeschwemmt wird.

                          Am 1.4. 18 Mann Ersatz, davon 3  Genesene

 

                               Tauwetter, 80 Schuß            

                                                                                                Textfeld: Debalcevo - Chazepetowka                           

                         

27.2. bis

27.2.

bis 1.3.          Keine Kampfhandlungen.

                        63 Schuß

 

 2.3.                 Es laufen verschiedene Lehrgänge an. Zur Ausbildung der Funker wird vermehrt Funkunterricht,  besonders Morsen, angesetzt. Für Futtermeisteranwärter laufen in den nächsten Monaten 4 Kurse bei der Vet.Komp.111. Für den Ersatz an Rechnungsführern richtet die Abteilung einen Lehrgang vom 1. bis 10.3. auf Zahlmeisterei ein.

                       49 Schuß                                                                                       

 

 

3.3.1942       Lt. Regt.Tg.Bef.Nr.6 wird Herr Oberlt. Sachs mit der Führung der Abteilung beauftragt. Lt. Gericke, 5.Battr. zum Oblt. befördert. Im Frontabschnitt herrscht Ruhe

                         32 Schuss

 

4.3. bis         Keine besonderen Kampfhandlungen, außer gelegtl. Störungsfeuer. auf beiden

26.3.             Seiten. Ass.Arzt Dr. Schwarz ist zur 2. San.‑Komp. versetzt, dafür tritt Oberarzt  

                     Dr. Zeitler zur Abteilung.  Lt. Lohse ist mit Wirkung  vom 1.2.42 zum Oblt. befördert.

 

28.3. bis     Ohne Neuigkeit.

13.4.              228 Schuss

14. 4.          Herr Oblt. Sachs zum Hauptmann befördert.

                      5. Battr. Von 257. I. D. .zurück

 

16.4.                        5. Battr. tritt wieder unter den Befehl der Abteilung und bezieht Unterkunft in Kalininsk‑Süd                             

                         Tauwetter

 

17. bis          ohne Neuigkeit

                          5 Schuss

22.4.              Infolge Umgliederung löst II./A.R.117 in dem   Raume südl. Troizkoje liegende III./A.R.85. (101.l..I.D.) ab. Vorkommandos werden in der Frühe entsandt. Während der Nacht wird ein Geschütz der 6  Battr. mit Trecker in die neue Stellung gebracht.

 

      

23.4.       Vorkommando der 5. Battr. trifft ein und wird vom Kdr. eingewiesen. Die 6. Battr. ist in   den  späten Abendstunden feuer­bereit.

 

24.4.                            Abends Stellungswechsel der 4. Battr., sie ist um 11.30 Uhr feuerbereit.

                         26 Schuss

 

25.4.             Stellungen der Battrn. und des Abt.Gef.Std. in Zusammenarbeit. Siehe Anlagen.

                      Nebel, 11 Schuss

                                                                                                    

26.4. bis         Einschießen der Battrn. auf Sperr‑ und Vernichtungsfeuerräume.

27.4.              Sonne, warmes Wetter

                      27 Schuss

 

28.4.                              Eintreffen der 5.Battr.

15 Schuss

 

29.4.              Die 5. Battr. ist feuerbereit und schießt sich ein. Vom 22.4. bis 29.4. im    Frontabschnitt keine Kampfhandlungen.

                         1 Mann  Ersatz (Fahnenjunker), 20 Schuss

 

30.4.               In den Einheiten läuft die Ausbildung, besonders die der Unter­führer, weiter. In der Chefbesprechung wurde den Einheitsführern die Ausrüstung mit Panjewagen und Panjepferden mitgeteilt gem. Geheimbefehl. Zur Personellen Auffrischung und Vervollstän­digung des Geräts wird je Abteilung im A.R.117 eine Battr. auf­gelöst und auf die restl. verteilt. In der II. Abt. wird die 4. Battr. dazu bestimmt.

                        Die Battrn. erschießen die Sperr‑ und Vernichtungsfeuerräume.

                        43 Schuss,

                        Gesundheitszustand:

                        Einige Fleckfieberfälle,  vereinzelte,

                        durch die Jahreszeit bedingte

                        Erkältungskrankheiten.

 

1.5.1942        Zur Feststellung der genauen Lage der Feindunterkünfte werden die russ.  Feldstellungen   im Vorwärtseinschnitt koordinatenmäßig ermittelt.

                      14 Schuss

 

2.5.                Die H.K.L. und andere Unterkünfte werden des öfteren von Rata's überflogen und   zeitweise beschossen. In den Feuerstellungen die von der III./A.R.85 übernommen  wurden, ist die Tarnung noch unzureichend. Es ergeben sich gewisse Schwierigkeiten. da in dem grauen Steppenboden nach den häufigen Regenfällen das Gras allmählich grün wird und nunmehr die Gegenstände, Bunker und Munitionslöcher als gelbe oder braune Erdflecken deutlich zu erkennen und auch im Luftbild festzuhalten sind. Die Arbeit der ersten Wochen beschränkt sich also auf das Flechten von Drahtnetzen und das Herstellen anderer ähnlicher Tarnungsmittel. Außerdem sind die Gesch.‑Stände sehr wenig gegen Beschuß gesichert. Es werden also Erdwälle um die Geschütze aufgeworfen und Splitter‑ und Panzergräben gezogen. Auch die Munition die aufgrund der winterlichen Verhältnisse größtenteils über der Erde lag, muß eingegraben werden. Die Tarnnetze der Gesch.‑Stände, die Bunker und Munitionslöcher werden schließlich mit abgemähtem Grün bedeckt das jedesmal erneuert werden muß, wenn es zu trocknen beginnt. Trotzdem erweist sich diese Art der Tarnung für unsere Feuerstellungen als die beste.

                        Außerordentliches heißes Wetter,

                        Gewitter mit starken Regenfällen,

                        30 Schuss

 

3.5 bis           Ohne Neuigkeit

4.5.                 13 Schuss

                        Ersatz: 1 Uffz., 13 Mann

 

5.5.                                 Der Regimentsführer, Major Preuß, besichtigt Feuerstellungen und B.‑Stellen.

                        26 Schuss

 

6.5. bis          Keine Kampfhandlungen. Die Ausbau‑ und Tarnarbeiten  werden fortgesetzt.

10.5..              25 Schuss

 

 

11.5.              Der Austausch unserer 1e F.H.18 gegen le.F.H.16 beginnt.

                  Die le.F.H.16 sind in Nikitowka auf die Eisenbahn verladen, erreichen im  Bahntransport Bahnhof Roiy und werden von Traktoren in die Feuerstellungen gezogen. 5. u. 6. Battr. werden je Battr. mit 4 Geschützen le.F.H.16 ausgerüstet.

                   Die 4. Battr. bekommt 4 le.F.H.18.   4.12.F.H.18 werden an die I. und III. Abteilung  abgegeben. Eine le. F.H.18 wird in der Waffenmeisterei überholt.

                      20 Schuss

 

12.5.               Mit dem Austausch der Geschütze geht der Austausch der Kartuschen vonstatten. Die   Abteilung empfängt 18oo Kart. le.F.H.16.

                      12 Schuss

 

13.5.                              Zum Ausbau einer rückwärtigen Stellung unter dem Befehl von I.R.117 werden  alle nicht entbehrlichen Mannschaften und Uffz.. zu Schanzarbeiten eingeteilt. Diese 2. Stellung soll besetzt werden von der Stabsbattr. II. Abteilung und dem Troß des Batl. Manzer.

 

14.5.                              Zum Schutz der Fernsprechleitung gegen Artilleriefeuer sind die Leitungen an  den gefährdeten Stellen in offene Ka­belgräben zu legen.

                      22 Schuss

 

15.5.und   Nichts Neues.

16.5.    5 Schuss

         Gesundheitszustand: gut

 

17.5.              Der Feindeinsatz in diesen Wochen ist gering. Die russ. Artillerie schießt wenig.   Mit leichten und schweren Kal. werden gelegentlich die B-Stellen beschossen, auch die eingesehenen Teile der Anmarschwege bei stärkerem Verkehr.

                   Gefährlicher jedoch als Artilleriefeuer sind die russ. Scharfschützen. Beim Besetzen der B‑Stellen wird häufig auf die Beobachter geschossen, so daß die Zugänge zu den Unterständen mit Gräben verbunden werden müssen. In den Nächten ist wieder starker russ. Flugzeugverkehr

                                                   

18. und

19.5. 1942    Nichts Neues.

                        22 Schuss,

                        Ersatz: 1 Uffz. 10 Mann

 

20.5.                             Herr Oberst Barth besichtigt Feuerstellungen und B‑Stellen. Die Tarnung der   Geschütze, Unterstände und Munitionslöcher wird für gut befunden.

 Sehr warm, gelegentlich Gewitter

 

21.5. bis

23.5.             Ohne besondere Ereignisse.

                       5 Schuss

                       Ersatz: 4 Uffz.

 

  24.5.                In der Chefbesprechung wird die Verteilung des Geräts der 4. Battr. geregelt. Die   Battrn. müssen in der rückwärtigen  Stellung auch B‑Stellen vorbereiten. Die Leitungen werden dementsprechend auch verlegt.

                        8 Schuss

 

25.5.              Nichts Neues.

                      3 Schuss

 

26.5.             Die noch vorhandenen Muni‑Wagen werden gegen Fahrzeuge Hf. 4o  umgetauscht. Die    von der 5. und 6. Battr. empfangen werden. Die 5. Battr. erhält 16 Wagen die 6. 15 Wagen.

                  Im Nachbarabschnitt links bei der 9. I.D. versucht der R. Angriffe in Kompaniestärke, sie  werden ohne Schwierigkeiten abgeschlagen.

27. und

28.5.             Keine besonderen Ereignisse.

                       10 Schuss

 

29.5.              Am Nachmittag werden die Unterführer der Battrn. durch Herrn Hptm. Sachs  besichtigt. Es wurde eine schriftliche Arbeit gefordert. Gem. der Ausbildung der einzelnen über artilleristische Fragen oder über nachrichtentechnische Aufgaben.

 

30.5.              Fortsetzung und Abschluß der Unterführerbesichtigung

31.5. bis

1.6.                            Keine besonderen Ereignisse.

 

 

2.6.               Herr Hptm. Sachs verteilt die Pferde der 4. Battr. auf die restl. Einheiten. Die Pferdepfleger werden gem. ihrer Einteilung zu den Battrn. kommandiert.

 

3.6.               Keine besonderen Ereignisse.

 

4.6.              Auf Anweisung des Rgts. sind Stellungen für Wandergeschütze vorzubereiten, mit Deckungslöchern und Munitionslöchern zu versehen und durch den A.V.T.  zu vermessen..

 

5.6.               Andauernde Gewitterregen verhindern das Beziehen der Wandergeschützstellungen.  In den Feuerstellungen laufen die Geschützstände, Bunker und Munitionslöcher voll Wasser

                       10 Schuss

                      Im Juni sehr häufige, starke Gewitter

                      Mit wolkenbruchartigen Regenfällen

                      Und starker Abkühlung.

 

6.6.               Nichts Neues.

 

7.6.               Die Abteilung bekommt Pferdeersatze

 

 8.6.                Nichts Neues.

 

9.6.               Der Regimentsbefehl (Geh. Kdos.) Nr. 180/42 bringt die Auflösung der 4. Battr. und die   Umbenennung der 5. in 3. und der 6. in 4. Battr. Aus Kommandierten der nunmehrigen 3. und 4. Battr. wird die Stellungsbattr. 13 gebildet. Ihr Chef ist Oblt. Folttmann. Die diesbezüglichen Versetzungen wurden in der Chefbesprechung festgelegt und in den Befehlen Geh. Nr. 169/42 und Abt.Bef. Nr. 44/Ost bekanntgegeben.

 

10.6.            Gem. den angeführten Befehlen wird die Umbildung vollzogen. Die Stabsbattr.            übernimmt Lt. v. Gösseln.

                      30 Schuss

 

11.6. bis

17.6.              An der Front keine Kampfhandlungen. Der Russe hat in unserem Abschnitt scheinbar  keine Absichten, dagegen wird das feindl. Hauptkampffeld, das wir in einer Tiefe bis zu 8 km übersehen, Tag und Nacht ausgebaut. Nach Anlage der vorderen Stellungen wird auch das rückwärtige Gelände mit immer neuen Kampfständen und Grabensystemen versehen! Seit Anfang Juni als der Russe besonders eifrig seine Schanzarbeiten betrieb, hat das Störungsfeuer, auch das ständige MG‑, Granatwerfer‑ und IG‑Feuer russischerseits fast vollständig aufgehört. Die Nächte sind sehr ruhig. Der .Russe will vermeiden daß unser Vergeltungsfeuer seine Arbeiten stört. Kampfstände und Feldstellungen sichert er durch Drahthindernisse, deren Weiterführung und Verstärkung man von Tag zu Tag beobachten kann. Der Fahrzeugverkehr hinter der gegnerischen Front ist außerordentlich stark. Es bieten jedoch weder die Schanzarbeiten, noch der Panjewagenverkehr ein lohnendes Ziel für unsere Geschütze. Die Tätigkeit der russ. Luftwaffe ist außerordentlich stark. Oft überfliegen bis zu 3o Bomber unter starkem Jagdschutz die eigenen Linien und bombardieren die Verkehrswege im Hinterland. 6 ‑8 russ. Jäger fliegen täglich mehrmals Aufklärung über deutschem Gebiet.

 

                         Am 13.6. beginnt bei der Abteilung ein Ausbildungslehrgang für Unterführer unter Leitung von Lt. v. Gösseln. 14.6. Lt. v. Gösseln wird m. W. vom 1.4. zum Oberlt. befördert

                       120 Schuss

                       Gesundheitszustand: gut

 

18.6.              Eine Rata greift im Tiefflug einen Panjewagen der Stbsbattr. an. Der Fahrer wird durch einen Oberschenkelschuß verwundet, ein Pferd getötet.

                       5 Schuss

 

19.6.                           Die Abteilung erhält 80 Panjepferde zugeteilt.

                       Beim Einsatz des Arbeitsgeschützes wird die Stellung von einem schw. russ. Geschütz und ein Mann durch Granatsplitter leicht verwundet.

                        41 Schuss

 

20.6.              Die 4. Battr. wird bei einer morgentlichen Fahrübung mit Mun‑Wagen von 6 Ratas angegriffen und mit MG und Bordkanonen stark beschossen. Bei diesem Angriff werden weder Fahrer noch Pferde verwundet.

                       25 Schuss

 

21.6.              Keine besonderen Kampfhandlungen.

                       Ersatz: von I./A.R.117 werden 17 Mannschaften versetzt.

 

22.6.             Keine besonderen Kampfhandlungen.

                      24 Schuss

 

23.6. bis

6.7.                            Diese Zeit fehlt in der Tagebuchabschrift. Die Tage sind aber genauso verlaufen wie die davor. Erst mit dem 7.7., dem Beginn der  Deutschen Sommeroffensive, beginnt das Tagebuch wieder.

 

Soldatenfriedhof Debalcewo

Mai 1942

Dieses Bild mit dem Grab ihres Onkels

Günther Wiegmann,

der am 21. Dezember 1941 in Debalzewo bei den Kämpfen um die Kasernen gefallen ist und hier begraben wurde, stellte Frau Ingrid Schaper im Oktober 2008 zur Verfügung.

Die Gebeine der Soldaten wurden 1998/1999 auf den deutschen Soldatenfriedhof in Charkow umgebettet.

In dem dortigen Friedhofsbuch steht der Name des Gefallenen.

 

Einzelheiten siehe hier.

 

 

Fortsetzung in Teil 2