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Kriegsende und amerikanische Gefangenschaft

 

Russlandfeldzug

II./Artillerie Regiment 117 Kriegstagebuch   

Dezember 1941 bis Januar 1943

 

III./Artillerie Regiment 117

Chronik Mai 1943 bis zur Vernichtung am 12. Mai 1944

 

Prütznow

unter Polen und Russen

von März 1945 bis Mai 1946,

ein Tagebuch von Brunhilde Dallmann

 

 

Familie Kaiser aus Prütznow und Labes

 

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Mein Schulbesuch in Labes

 

Schwessin

Kreis Köslin/Pommern

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Artillerie- Regiment 117

Kriegstagebuch der II. Abteilung

Für die Zeit vom 13.12.1941 bis 20.01.1943

Bearbeitet von Horst Kaiser

 

Textfeld: Zur besseren Lesbarkeit habe ich das Tagebuch in 4 Teile aufgeteilt.

Teil 1:      Debalcewo                                     Dezember 1941 bis  6. Juli 1942

Teil 2:      Der Marsch zum Kaukasus          7. Juli 1942 bis Mitte August 1942

Teil 3:      Zwischen Terek und Malgobek   Mitte August 1942 bis 31.  Dezember 1942  

Teil 4:      Der Rückzug                                  ab 1. Januar 1943 bis zum 20. Januar 1943

An diese Zeit schließt an die Chronik der III./AR.117 für die Zeit von Mai 1943 bis zur Vernichtung am 12. Mai 1944 vor Sewastopol (siehe Auswahlmenü)



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Die eingefügten Landkarten können in größerer, besserer Qualität abgerufen werden unter http://picasaweb.google.de/hokaiser/AR117KartenUsw

 

 

Teil 3:      Zwischen Terek und Malgobek   Mitte August 1942 bis 31.  Dezember 1942 

 

 

Tag

Uhrzeit

Unterkunft

Darstellung der Ereignisse

Wetterlage, Gesundheits-     Zu- und Abgang            Erfahrungen           Bemerkungen

Zustand, Ersatz                   unterstellter Truppen

Munitionsverbrauch

Mosdok; der Terek fließt vom West nach Ost zwischen den Orten Lukovskaja und Terskaja

                                                                                                                                      

9.9.42.                        Verteidigung des Brückenkopfes in der bisherigen

                         Stellung.

                        Das Panzerregt. 3 erweitert den Brückenkopf nach Osten bis zum Ort Terek. Es vernichtet dabei 8 fdl. Geschütze.

                       Wetterlage bis 12.9.: gut

                       Verschuss: 43

 

 

 

 

1o.9.              Die B.Stellen werden bis zur Höhe des Kolchosstalles nach Süden vorverlegt. Außer   einer Ausdehnung des Brückenkopfes nach

                        Westen verläuft der Tag ohne besondere Vorkommnisse.               

Mosdok (Mozdok) – Dorf Terek (es gibt auch westlich von Mosdok Orte mit dem Namen Terek, gemeint ist aber dieser hier (Erweiterung des Brückenkopfes nach Osten) –Wosnessenskaja (Voznesenskaja) - Malgobek

 

                         Verschuss: 20

 

 

11.9.              Da der Schwerpunkt t des Kampffeldes sich nach Westen verlagert hat, beginnen für die Division wieder ruhige Tage. Außer den fdl. Angriffen läßt die Art. und Fliegertätigkeit erheblich   nach.

                      Verschuss: 12

           

 

12.9.              15.15 Uhr findet ein Panzervorstoß mit dem Ziele statt, die fdl. Inf. Stellungen zur Entlastung des I.R.117 zu vernichten. Zur Bekämpfung des Panzerangriffs schießt der Russe mit seiner gesamten Art., die bei dieser Gelegenheit gut erkannt werden kann. Durch Fliegerschießen werden 2 Battr. mit Erfolg bekämpft. Ein A.V.Ko. wurde zum Panzerregt. abgestellt, das im.Pz.Wag. mit aufgebautem Tornisterfunkgerät den Angriff mitfuhr, um die Abt. über die Bewegung und Absichten der Panzer zu orientieren und von dieser vorgeschobenen B.‑Stelle Feindziele der Abt. aufzuklären oder selbst zu bekämpfen. Es wurden durch dieses Unternehmen mehrere hundert Gefangene eingebracht, einige Pz.‑Jäg.Kan. zerstört, und zahlreiche   Inf. Waffen erbeutet.

                        Verschuss: 158                                                                           

                       Gesundheitszustand: im ganzen gut!                                                    

Mozdok – Majskij – Beginn der Grusinischen Heerstrasse bei Prochladny - Malgobek

 

                        Häufiges Auftreten von Magen- und Darmkrankheit

13.9.                            Der Feind hat die am Vortag verlorenen Stellungen

                       wieder   besetzt und Abstand gehalten.    Der Tag

                       verläuft äusserst ruhig.

                      Wetter: 13./14.: regnerisch

                      Verschuss: 44

 

 

14.9.                            Die Abteilung verbleibt in alter Stellung in

                      Abwehrbereitschaft. Der Tag verläuft ruhig.

                      Verschuss: 20

 

 

15.9.             Im ganzen Abschnitt herrscht Ruhe.

                     Wetter 15./17.: gut                           Ersatz: 2 Waffengehilfen

                      Verschuss: 7

 

16.9.              Starker Fahrzeugverkehr auf Serpentinenstraße nördl. Wosnessenskaja. Am Nachmittag      Feindangriff beim rechten Nachbar. In der Nacht vom 16./17.9. entwickeln die Russenflieger eine besonders rege Tätigkeit.                                                                            

Die Anfang des 19. Jhd. Von den Russen gebaute Grusinische Heerstrasse verläuft über den Kaukasus (von Prochladny) über Ordzonikidze nach Tiflis. Für das Geschehen hier ist nur der Abschnitt von Prochladny – Maskij ab wenige Kilometer bis in die Höhe von Malgobek interessant.

Vgl. hierzu Korrektur am Ende der Seite.

 

                     Verschuss: 32

 

17.9.              Keine Inf.‑Tätigkeit. Die Abtl. bekämpft Feindbattr.  beiderseits der Grusinischen   Heerstrasse.

                      Verschuss: 176

 

18.9.                          Geringe Gefechtstätigkeit. Die Stellungen werden weiter ausgebaut.

Wetter: 18./19.: bedeckt

Verschuss: 20                        Ersatz: 2 Uffz., 1 Mann.

19.9.                           Während der Nacht schießt eig. Art. Störfeuer auf  Heerstrasse. Ein für den Morgen erwarteter  Feindangriff bleibt aus. Tagsüber ruhig.

                     Verschuss: 49

20.9.             Im ganzen Abschnitt herrscht Ruhe.

                       Wetter 20./ bis 23.: sehr warm, gut

                      Verschuss: 12

21.9.              Ruhe! Die russ. Art. schweigt völlig.

                       Verschuss: 10                       

 

22.9.              Ruhe im ganzen Abschnitt.

                        Verschuss: 15

23.9.                              Kurz nach Mitternacht beginnend bis in die Morgenstunden Gefechtslärm beim linken Nachbarn. Eigener Abschnitt Ruhe!

                        Verschuss:  ./.                                                                                            

 

24.9.42           Russ. Stoßtrupp, der gegen 3.00 Uhr entlang der Buschreihe angreift, wird abgewiesen. Die 4./Battr. beteiligt sich daran.                                             

                        Wetterlage bis 26.9. gut, sehr warm

                       Verschuss:  64

 

25.9.                           Tagesverlauf ohne besondere Vorkommnisse. 

                      Zur Unterstützung des morgigen  Angriffs  machen  3./ und 4. Battr. in den Abendstunden nacheinander 

                  Stellungswechsel   etwa 2 km weiter nach Süden in F.St. beiderseits. der Heerstraße. Der         Nachr. Zug legt die entsprechenden Fernsprechverbindungen

                          Verschuss:  ./.

 

26.9.              Das I.R.117 hat den Auftrag, im Rahmen der Div. am li. Flügel eingesetzt, anzugreifen und  die Linie 510‑515 zu nehmen.

                      Die Abt., mit unterstellter l0./Battr. ist auf Zusammenarbeit mit I.R.117 auch weiterhin  angewiesen. Um den Angriff entfernungsmäßig gut unterstützen zu können, wurden die beiden Battr. in erkundete Stellungen vorgezogen. l0./Battr. verbleibt in F.St. etwa 1 km nordwestl. 415.   Lage der B.St. und des Abt.Gef.Std. siehe anl. Skizze.

                     Angriffsbeginn: 4.45 Uhr. Die Abt. unterstützt zunächst das am  rechten Flügel eingesetzt  III./Btl. durch beobachtetes Zerstörungsfeuer auf die erkannten Ziele im Sonnenblumenfeld. Sehr gute Abprallerwirkung.  Das III./Btl. stößt ohne nennens­werten Feindwiderstand bis etwa 1 km nordostw. 518 vor. 3./Battr. legt B.St. mit vorgehender Inf. bis Gegend 43o vor. Das Feuer der Abt. wird nun vor den Abschnitt des in der Mitte eingesetzten I./Btl. verlegt. Feindstellungen im Maisfeld werden niedergekämpft. Aufgrund des guten Vorwärtsschreitens des Angriffs entschließt sich der Kdr. die rechts eingesetzte 3./Battr. in die Gegend hart westlich 43o vorzuziehen. 4./ Battr. unterstützt das weitere Vorgehen des I./Btl.  durch Feuer von vorverlegter B.-Stelle auf erkannte Feindziele beiderseits der Strasse. Geschützstaffel 3./Battr.  Erhält beim Vorziehen entlang der Eisenbahn starkes flankierendes Granatwerferfeuer aus westl. Richtung (Sonnenblumenfeld). Das Instellunggehen ist nur mit Teilen möglich. Mehrere Ausfälle. Mun.‑Staffel kann nicht mehr einfahren und lädt etwa 1 km nördl. der F.St. aus. Feindl. Feuer liegt mit­ten in F.St.   Mun. wird trotz des starken Feuers von Kanonieren eingetragen.                                                                      

                      In direktem Schuss wird starke fdl. Flankie­rung aus Westen ausgeschaltet. Das Feuer der

                      schw. feindl. Waffen verstärkt sich. Instellunggehen des 3. Geschützes und der Antransport von Mun. ist nicht mehr möglich. Die Battr. wird völlig niedergehalten. Weitere Ausfälle.

                      In der Zwischenzeit schießt der Feind mit mehreren Battr. leichten, mittl. und schw. Kal.  auf die eig.Linie. Artl. Bekämpfungsgruppe mit lo./Battr. bekämpft mit Schall aufge­klärte Feindbattr. Feuer liegt sehr schlecht. Es wäre zweck­mäßig, wenn B.Abt. das Einschießen der Schallmeßbattr. durch Augenbeobachtung (in diesem Fall sehr gut möglich.) überwachen ließe. Der Abt.Kdr. bekämpft mit außerordentlich gut beobachteter Wirkung mit 4./Battr. eine Feindbattr. und hält sie nieder. Inf. hat Angriffsziel erreicht. Ein aus südostw. Richtung auf das II./Btl. vorgetragener Feindangriff wird durch V.B. 4./ abgeschlagen. Lt. Lucke wird durch Art. Volltreffer schw.Kal. als A.V.Ko. am Rgt.Gef.Std. I.R.117 schwer verwundet. Er stirbt wenige Stunden später auf dem H.V.Pl. Mosdok.

                      Verschuss:  358                                           

                     Gesundheitszustand: im ganzen gut,  

                      häufiges Auftreten von Magen- und               Der Abteilung wird die

                      Darmerkrankungen                                        10. Battr. (s.F.H.) unterstellt.         

 

27.9.42         Am späten Abend hat das III. Btl. seine Stellung aufgegeben und sich an das II. Batl.   angelehnt. Mit rechtem Flügel muß es sich einigeln, da  mit der Radf. Abt. trotz mehrerer Spähtrupps keine Verbindung aufgenommen werden konnte. Der Russe sitzt (nach Gefangenenaussage in Stärke von 250 ‑ 300 Mann) in der rechten Flanke im Sonnenblumenfeld zwischen I.R.117 u. Radf. Abt. Dieser besonders für die 3. Battr. unhaltbare Zustand kann wegen Erschöpfung der Inf. nicht mehr beseitigt  werden. Starker Artilleriebeschuß auf B.St. und Feuerstellung der 3. Battr., die so zum Schweigen gezwungen ist.

                      Wetterlage bis 2.10.: 

                      Verschuss:  67

                                                                                                

28.9.             Während der Nacht wird die Feuerstellung der 3. Battr. weiter ausgebaut, 3. Geschütz in  Stellung gebracht und' ausreichend Mun. herangefahren. Da keine eigene Inf.-Sicherung vorhanden, muß sich die Feuerst., nur durch ein 2 cm‑Heeres‑Fla‑Gesch. unterstützt, nach Westen sichern. Am Morgen unterstützt die Battr. durch direkten Beschuß das von 2 Komp. von Westen und  Osten versuchte Durchkämmen des Sonnenblumenfeldes. Sehr starker Feindwiderstand, große Verluste bei der Infanterie. Das Unternehmen kann nicht durchgeführt werden. Infanterie zieht sich auf alte Stellung zurück. Wiederum starkes feindl. Artilleriefeuer auf Feuerstellung. 3. Battr. und auf die vordere eigene Linie. 4. Battr. bekämpft mit guter Wirkung stärkere Feindbewegungen vor I. Batl.

                      Verschuss:  24

                        Gesundheitszustand: im ganzen gut,

                      häufiges Auftreten von Magen- und Darmkrankheitenj

 

29.9.                           Während der Nacht muß die Feuerstellung 3. Batterie wieder Sicherung nach Westen  übernehmen. Eine infanteristische Kampfgruppe versucht nochmals das Durchkämmen des Sonnenblumenfeldes. Trotz guter, durch Überläufer bestätigter Unterstützung der 3. Battr. gelingt das Vorhaben nicht. Die Infanterie zieht sich auf Ausgangsstellung zurück. Lage weiterhin unge­klärt. 3. Battr. wird am Nachmittag durch sehr schweres Art-Feuer niedergehalten. Ein Geschütz beschädigt. 10. Battr. bekämpft mit Schall  aufgeklärte Feindbatterien. 4. Battr. schießt Störungsfeuer auf erkannte Feindbewegungen vor eige­ner Linie.

                      Verschuss:  136

 30.9.             Eigene Spähtrupps stellen am Vormittag fest, daß sich der Feind (etwa 250 Mann) trotz   eigener Abriegelung nach Süden zurückgezogen hat. Tag verläuft ruhig. Nur leichtes feindl. Störungsfeuer. Abt. bekämpft kleine Inf. Feindziele.

                      Verschuss:  17

                                                                                                                                                     

1.10.             Umbesetzung der Offz.Stellen auf Grund der Ausfälle. Lt. Römhild tritt zum Stab als A.V.0.    Lt. Thiel von 4. zur 3.Battr. Auf dem Weg zur 3. Battr. wird Lt.Thiel durch Granatsplitter verwundet. Er mußte zum H.V.Pl. transportiert werden. Da die Feuerstellung der 3. Batt. vom Feind erkannt ist, .wird durch den Abt.Kdr. an der Nordwestecke des Maisfeldes eine neue Stellung erkundet, Stellungswechsel während der Nacht mit 2 Geschützen. Arbeitsgeschütz bleibt in alter Stellung. Eine größere feindl. Ansammlung wird von 4. Battr. zerschla­gen. IVa und V II zieht nach Mosdok um!

                      Verschuss: 15

2.10.                           3. Batterie hat während der Nacht Stellungswechsel vollzogen, erhält jedoch schon beim Einschießen Feuer.   4. Batterie be­kämpft Feindbatterien, muß davon aber wegen starkem Beschuß ablassen.. Keine Infanterietätigkeit.

                      Verschuss:  9

 

3.10.42                   Die Abt. wird der Art. Gruppe Zabel (711) unterstellt. Die Battrn. haben nur Feuer frei  bei   feindl.. Angriff. Um dem feindl. Beschuß sich zu entziehen, verlegt 4. Battr. ihre  St. 500 m rückwärts der alten.

Wetterlage vom 3.-10.10.42:  gut

Verschuss:  9

 

4.10.                             Einschießen auf erkannte Feindziele. Geringe feindl. Artl. Tätigkeit, sonst Ruhe.

Verschuss:  21

 

5.10.                 Der rechte Nachbar greift an. Um den Angriff zu verschlei­ern und den Feind zu täuschen,  schießt die Abt. von 4,10 bis 4,40 Uhr Störungsfeuer auf erkannte Feindziele. Der Russe schweigt. Erst um 6.oo Uhr streicht er mit schwerem und mittlerem Kal. die Hügelkette ab. Nach Feststellung von Spähtrupps hat sich der Gegner 2‑3 km abgesetzt

Verschuss: 172

 

6.10.             Der Tag verläuft ohne besondere Vorkommnisse.

                     Verschuss: 32

 

7.10.             Feind wie bisher. Rechter Nachbar hat Tagesziel erreicht. G.R.117 hat den Auftrag, im   Rahmen der Div. mit II./ rechts und III./ links der Feldbahn und I./ westlich der Heerstr. anzugreifen und die Linie 646 (Bahnhof) 1 km südlich Kolchos (719)  zu nehmen! Artilleriegruppe Zabel mit unterstellter II. Abt. (10. Battr. ) unterstützt diesen Angriff zunächst durch einen Feuerschlag auf Kolchos auf Abruf des V.B. Nach Brechung des Widerstandes am Kolchos durch beobachtetes Zerstörungsfeuer beiderseits und an der Bahn. Die II. Abt. entsendet V.B. 3. Battr. zu III. Btl., V.B. 10. Battr. zu II. Btl., V.B. 4.Bttr. zu I. Btl.

                        I. Btl. erreicht Angriffsziel ohne Art.‑Unterstützung. II. und III. Btl. bleiben in starkem Abwehrfeuer 2 km nördl. 646 liegen. Südlich des Kolchos wird fdl. Bereitstellung erkannt und bekämpft. Um den Angriff besser unterstützen zu können, macht 4.Battr. bei Nacht Stellungswechsel rechts der Bahn ins Sonnenblumenfeld.

                      Verschuss: 62

                      Gesundheitszustand: im ganzen gut,

                      leichte Fälle von Gelbsucht

 

8.lo.               Der Abt. Gef. Std. wird am frühen Morgen vorverlegt in Höhe B.‑St. 3 Bttr. hart südl.  717 hinter einen Heuschober, desgl. B.‑St. 4 Bttr. und lo. Bttr.    II. und III./I.R.117 haben den Auftrag, über 646 hinaus den Angriff fortzusetzen. I./ nach Osten abzuschirmen. Hierzu löst die Abt. 4.15 im Verein mit I. Wrf. 54 einen Feuerüberfall auf 646 aus. Die Infanterie kann wegen sehr starken Feindwiderstand 646 nicht nehmen und bleibt 800 m nordl. davon liegen. Ein Gegenstoß des Russen am Nachmittag wird mit Hilfe der Abt. und der Werfer abgewiesen.

                      Verschuss:  114

 

9.10.             Die Abt. ist der Gruppe Dietrich (W. R.54) unterstellt. Die Bttrn. haben während der Nacht vom Kdr. erkundete Feuer‑St. bezogen in Höhe 3o7‑3o8.

                     Verst. I.R.117 tritt um 5 Uhr an und greift beiderseits der Bahn nach Süden über 646 auf   647 an. Die Abt. unterstützt erstes Antreten durch Feuerzusammen-fassung in der Zeit von 4,50 bis 5.00 Uhr auf Bahnhof (646) und Gelände südwestl.,  südl., und südostwärts  646.    Inf. kommt nur 5oo m vorwärts und bleibt in starker Gegenwehr liegen. Wiederholt versucht der Gegner die vordere Linie mit dem Salven‑Geschütz einzu­decken, hat aber nur geringen Erfolg. Der Angriff selbst wird nicht fortgesetzt. Den ganzen Tag über fdl. Störungsfeuer   in unserern Abschnitt.

                      Verschuss: 241

                                                                                      

10.10.           Gegen 3 Uhr werden gleichzeitig von 3. und 4. Bttr. mehrere rote Leuchtkugeln in  Richtung 646 gesehen.

                      Feind greift an. Beide Battrn. lösen Sperrfeuer aus.

                      Nach Meldung der Inf. lag das Sperrfeuer etwas zu weit, da der Feind erst bemerkt  wurde, als er vor den eigenen Deckungslöchern stand. Er wurde abgewiesen. lo.30 Uhr ver­sucht der Feind wieder in Btl. Stärke von 646 aus in die vord. Linie einzubrechen. Mit wirksamer Unterstützung der 3. und 4. Bttr. gelingt es, ihn abzuweisen. Der linke Flügel des Rgt. (I./J.R.117) ist einem wiederholten Ansturm von 250‑300 Mann nicht gewachsen und muß trotz starkem Störungsfeuer von lo. Bttr. fast auf die Ausgangsstellung vom 7.10. zurückgehen.  Damit fällt der heißumkämpfte Kolchos wieder in Feindeshand.

                       Während der Nacht bauen 3.u.4.Bttr. Stellungen 2 km südl. der bezogenen aus, um von dort aus auf 650 wirken zu können. lo.Bttr. muß davon absehen, da vordere Linie nur noch 4oo m vor ihrer Stellg. ist

                      Wetterlage vom 10. – 16.10.:  gut                         Oblt. Bartholomäus

                      Verschuss: 211                                                          wird  während der Kommandie-                                     Ersatz: 2 Offz. 1 Uffz. 2 Mann                             rung von Olt. Raspe in

                                                                                                          Jüterbog mit der Führung

                                                                                                          der 4. Battr. beauftragt.

 

11.lo.            "Tag der Abwehr".  lo.oo Uhr Feindangriff von 646  aus. Bttr. schießt Sperrfeuer. Die Abt. macht einen Feuerschlag auf Feindansammlung bei 646 und schießt dann weiteres langsames Störungsfeuer auf zurückgehenden Gegner. Die Stellungen von 5 schweren Granatwerfern hart westl. 646 werden von V.B. 4. Bttr. erkannt und niedergehalten. Im Laufe des Tages rennt der Russe wiederholt in Stärke von 2‑3 Komp. gegen II. Btl. an, wird aber mit Hilfe von gut liegendem Feuer der Abt. und einer Werfer‑Bttr. nach heftig erbittertem Ringen bis in den späten Abend abgeschlagen.

                      lo.Bttr. bezieht, da sich die Lage am linken Flügel des I.R. nicht geändert hat, in der Nacht Stellung im Sonnenblumenfeld nördl. der 4. Bttr.

                      Verschuss: 156

 

12.lo.             Nacht verläuft ruhig. 7.30 Uhr melden die V.B. 3. u. Battr. fdl. Bereitstellung in Stärke  einer Komp. bei 646. Beide Bttr. eröffnen das Feuer darauf und zerschlagen sie. Gegen Mittag schiebt sich der Gegner ostwärts der Bahn in kleinen Gruppen an die vordere Linie heran. Die Abt. schießt Störungsfeuer Fdl. Art. streut das rückwärtige Gelände ab.

                      Gesundheitszustand: leichte Darmerkrankungen

                      Verschuss: 59

 

 

13.lo.             Am Morgen lebhafter LKW. und Panjewagen‑Verkehr auf der Nachschubstraße nach 646. Im Schutze des Nebels fühlt der Gegner von 646 aus vor. Kleine Trupps tauchen ostw. v. 646 im Maisfeld auf. Infolge gutliegenden Störungsfeuers der 3. Bttr. zieht er sich zurück! 4. Bttr. erkennt 1 km südostw. 646 feuernde Feindbattr.  mit 3 Gesch. Kal. 7.62 cm und hält sie nieder.

                      Verschuss:  55

 

14.10.           Gegen 8.00 Uhr zieht sich der Feind ost‑ u. südostw. 646 in Stärke von l00 Mann

                     zusammen und stellt sich scheinbar zum Angriff bereit. Die Abt. zerschlägt die 

                     Bereitstellung.

                       1 feuerndes 7.62 cm Gesch. wird in der Mulde westl. 646 erkannt und niedergehalten.  In den Mittagsstunden starkes fdl. Störungsfeuer schw. Kal. in Gegend Abt.Gef.Std. und westl. davon.

                      Verschuss: 63

 

15.lo.            Außer einem fdl. Spähtrupp am frühen Morgen wiederholte Bereitstellungen von   6o‑8o Mann südl. 646, die von 3. Battr. zerschlagen werden, Ruhe.

                      Verschuss: 1

 

16.lo.            Kleine Inf. Gruppen südostw. 646 werden durch leichtes Störungsfeuer zersprengt. Sonst     Ruhe.

                     Verschuss: 22

 

17.10. 42      In der Lücke zwischen II. und III.Btl. ist ein fdl. Spähtrupp durchgesickert. Schon am Vorabend wurde ein Funker auf dem Weg zur Feuer‑St. 3. Bttr. angeschossenen.   2 Störungssucher zum V.B. 3.Bttr. werden vermutl. von demselben Spähtrupp 500 m vor der F.St. angefallen. 1 Mann tot, der andere verwundet. Auf Überläuferaussage hin soll Kolchos (719) eine‑B. Stelle sein, auch werden dort stärkere Inf. Ansammlungen beobachtet. Abt. löst Feuerschlag darauf aus. Während der Mittagszeit stärkeres Art. Feuer in Gegend F.St. Bttr.

                        Verschuss:  54

                        Wetterlage vom 17.-27.10. : gut, teilweise leichter Regen

                       Gesundheitszustand: im ganzen gut, Auftreten von

                       Hautkrankheiten, Darmerkrankungen

                       

18.10.           Keine Inf. und Art. Tätigkeit. Uni Mitternacht greift der Russe überraschend westl. und    ostw. 646 an. 3. u. 4. Bttr. lösen Sperrfeuer aus und schießen danach weiter langsam Störungsfeuer. Der Angriff wird abgeschlagen.

                      Aufstellung einer Alarmeinheit in Protzenstellung. Die Alarmie­rung erfolgt auf das Stichwort  "Fronthilfe".

                       Verschuss: 34                                                    8./117 der Abteilung unterstellt

                       Ersatz:  3 Mann

 

19.10.             3.00 Uhr g reift der Feind wieder bei 646 an. Sperrfeuer wird nach Anforderung der Inf.  ausgelöst. Der Angriff wird mit Hilfe gut liegenden Störungsfeuers der Abt. abgeschlagen. Außer geringer Art. Tätigkeit  Ruhe.

                       Verschuss: 159

                                               

20.10.            Um die Mittagszeit macht die Abt. einen Feuerüberfall auf Feindbattr., 3 Gesch. Kal. 7,62  2 km südostw. 31o, die schon einmal von 4.Bttr. unter Feuer genommen wurde Nach Beobachtung liegt das Feuer sehr gut. Keine T.f-Tätigkeit.

                        Verschuss: 45

 

21.10.            9.00 Uhr 5 Bomber im Jagdschutz, die 2 km südwestl. 7oo 2o Bomben werfen. Sonst  Ruhe.

                       Verschuss: 96                                                3./711 auf Grund von Umgruppierungen der Abt. unterstellt.

                               

22.10.            Um den Kolchos wieder in eigene Hand zu bringen und die Front zu verkürzen tritt in den  frühen Morgenstunden im Nebel die Pz.Gr. Brückner an mit dem Auftrag, nach Süden vorzustoßen bis 1 km südl. des genannten Kolchos und dann nach Westen abzudrehen und das Gelände vor dem linken Flügel des I.R.117 zu durchkämpfen. Darauf  tritt I. und II. Btl. an, um die Höhenrippe südl. des Kolchos westl. der Heerstraße zu nehmen.  Zur Täuschung und Bindung des Gegners löst die Abt. 5.lo Uhr einen Feuer­schlag auf 646 aus. Die Inf. erreicht Angriffsziel, jedoch bricht der Gegner in der linken Flanke wieder ein und besetzt den Kolchos trotz starkem Störungsfeuer der 4. Bttr. Dieser Zustand ist untragbar. Der linke Flügel wird während der Nacht in die Ausgangsstellung wieder zurückgenommen.

                              Verschuss: 344                                                  Oblt. Bartholomes erkrankt. Lt. Nagel wird mit der  vertretungsw.  Führung beauftragt.

23.10.                          Im ganzen Abschnitt herrscht Ruhe.

Verschuss:  9          

Malgobek (25.10.) – Pretgornaja (Predgornoe) (15.12.) – Wosnessenskaja (Voznesenskaja) (16.9.) – Terek am Terek (9.9. – zwei Orte ?) - Mozdok 

 

 

24.10.            Die lo. Bttr. bekämpft mit B.Abt. Feindbattr. Wirkung  kann wegen schlechter Sicht nicht  festgestellt werden.

                      Verschuss: 10

 

25.10.             Der Kampf auf den Malgobeck‑Höhen ist zum   vorläufigen Ab­schluß gekommen. Feind  verhält sich ruhig , jedoch ist mit stärkeren fdl. Spähtrupps vor allem in den Lücken zu rechnen.                       Verschuss: 33

 

26.10.            Auf Grund der Lücken in vorderer Linie werden die B.St. zu Widerstandsnestern und die   F. Stllgn. zu Stützpunkten ausgebaut.

                      Verschuss: 19

 

27.10.            Die Division richtet sich zur Verteidigung ein. Um in den zuge­wiesenen großen  Feuerraum besser wirken zu können werden die Feuerstellungen auseinandergezogen. Die Battr. machen nacheinander Stellungswechsel.

                      Verschuss:  7

 

28.10.1942  Keine Infanterie‑Tätigkeit. Die Bttr. werden auf Vernich­tungsfeuerräume

bis                 eingeschossen. Vom A.R. wurde ein Reiterzug aufgestellt. Jede Einheit stellte  hierzu  einen 31.10.1942  Reiter ab.      

                      Auftrag des Zuges: Jagd auf durchgesickerten Feind und Par­tisanen hinter der vorderen Linie.

                      Wetter: Regen, leichter Nebel (30. Wetter gut)

                      Verschuss: 31

 

1.11.             Geringes fdl. Störfeuer. Trotz wenig zur Verfügung stehender Baustoffe, zumeist aus  alten russ. Stellungen, wird der Ausbau der V.St., F.Stllg. und A.G.Stllg. vervollständigt.

                      Wetter: teilweise gut, teilweise leichter Nebel

                      1.-6. Verschuss: --

 

2.11.              Den Morgennebel benutzt der Russe, um 3 mot. Gesch. beim Kolchos in Stellung zu  bringen. Doch plötzlich lichtet sich der Nebel. Das schnell einsetzende Feuer der lo.Bttr. zwingt die einfahrende Bttr. hinter dem Gebäude Deckung zu nehmen. Ein  Instellunggehen wird vereitelt.

                      Einschießen der 8./Flak 24 auf Vernichtungs‑Feuerraum Ida, Kolchos uns. Sperrfeuer  links der 3. Bttr. In der Protzen­stellung der 3. Bttr. wird ein mühsam zusammengefahrener Heuhaufen als Vorrat für den Winter von Zivilisten angesteckt trotz Bewachung durch Posten.

                      Verschuss: 90,

                      Gesundheitszustand: im ganzen gut,

                      Gelbsuchterkrankungen mehren sich.

 

3.11.                Beim Vernichtungsfeuerraum Ulrich tritt eine neue Feindbattr. mit 3 Gesch.   leichten  Kalibers  auf. Sie wird bekämpft und zum Schweigen gebracht. Nach Beobachtung und Aussagen von Gefangenen befindet sich im linken Gebäude des Kolchos eine B.St. Einschießen und Wirkungsschießen vom a.G. 3.Bttr., 4 Treffer werden erzielt. Das Schießen bei einer Schwenkung von über ll00 Strich nicht einfach.

 Verschuss: 19

4.11.             Vereinzelter Fahrzeugverkehr und geringe Gefechtstätigkeit. In der Nacht löst I.R.117 mit  dem Res.Btl. das Linke Btl. I.R.7o westl. der Bahn ab. Es bleibt zwischen den beiden eingesetzten Komp. eine Lücke, in die der Gegner einsickert.

                      Verschuss: 3

 

5.11.              Die Infanterie kann die Lücke nicht schließen.

                      2 Feindbatterien schießen aus südl. Richtung nach nördl.774 auf unsere Kaffee-fahrzeuge. Ihr Feuer kann nur von einer B.St. in Kolchos geleitet werden. Da auch sonst noch sehr reger Verkehr dort festgestellt wird, löst die Abt. einen Feuerschlag darauf aus. Der Russe antwortet mit 2 Gesch. schw. Kalibers aus einer Stellung südl. 784. Sie werden von der Kanonen‑Bttr. unter Feuer genommen und niedergehalten. Eine zweite Bttr. leichten Kal.,  1 km südl. 786, wird zum Schweigen gebracht.

                      Verschuss: 90

 

6.11.              Während der Nacht schießt 4. Bttr. Störungsfeuer vor die Lücke beim III.Btl. Im  Morgengrauen wird versucht, den eingesickerten Feind zurückzudrängen. Erst am Nachmittag ist die Sache restlos bereinigt. Der Gegner fühlt bald hier bald da nordwestl. 792 unter heftigem Granatwerfer‑Feuer auf eigene Linie mit kleinen Stoßtrupps vor. Dank des gut liegenden Störungsfeuers der 4. Bttr. erreicht er nichts.

                      Verschuss: 80

                      Ersatz: 1 Uffz., 11 Mann

 

7.11.              Von 2.30 ‑ 4.3o Uhr schießt die Abt. 6o Schuß auf Sperr‑ und Vern‑Feuerräume mit Schwerpunkt beiderseits der Heerstraße. Tag der russ. Revolution. Mit einem Angriff wird gerechnet. Im eigenen Abschnitt bleibt es aber ruhig.

                      Dem rechten Nachbar gelingt es, das seit Tagen gestellte Angriffsziel Höhe (Z.P.) 8o9  und 81o  nach großer Art.­ Vorbereitung zu erreichen.

                       Die Div. geht in ihrem ganzen Abschnitt bis auf weiteres zur Verteidigung über. 

                     Verschuss:  193

                     Wetter: gut

 

 8.11. bis

14.11.            Außer Störungsfeuer auf Fahrzeuge und Schanzarbeiten im ganzen Abschnitt   Ruhe. Die kämpfenden Teile sind in split­tersicheren Wohnbunkern    untergebracht. Munition  gegen Regen   und Witterungseinflüsse abgedeckt und vorschriftsmäßig gestapelt.

                      Der Ausbau der Wechselstellungen schreitet gut voran

                      Wetter:  Schnee, leichter Frost                 am 14.11. wird 8./Flak 24 auf Zusammenarbeit   

                      dann Regen                                                 mit II. Abt.  angewiesen u. auf Vern. Feuerräume

                      Verschuss: 62                                             eingeschossen.

  

15.11.                      Störungsfeuer auf  feindl. Ansammlung in Stärke von 30 - 40 Mann und Panjefahrzeuge bei 792 (Bahnhof).  Sonst Ruhe.

                      Abt.‑Gef.Stand geht in Flammen auf.  Bohlen, die zur Ab­deckung dienten und das in   der Nähe liegende Heu hatten Feuer gefangen. Die Abt. erhält vom Rgt. einen Greiferrad­schlepper ‑Lanzbulldogg (Diesel) zugewiesen.

                      Wetter: Schneefall, diesig

                      Verschuss: 13

16.11.                      In der Nacht starker Gefechtslärm bei 774 (Kolchos). Nach schnell einsetzendem  Störfeuer wieder Ruhe.   Ein feindl. Wandergeschütz, das bei 1 km westl. 792 auf­taucht, wird bekämpft.

                      Wetter: leichter Nebel

                      Verschuss: 51

                      Ersatz: 1 Offz., 2 Mann.

 

17.11. bis      Keine besonderen Ereignisse. Schanzarbeiten hüben und drüben.

2o.11.            Weiteres Einschießen auf Vernichtungsfeuerräume.

                      Wetter: veränderlich, bedeckt, leichter Nebel

                      Verschuss: 89

 

21.11. bis     

22.11.           Keine Kampfhandlung. Protzenstellung   3. Batterie wird mit 152 Pferden, 62  Mann und  lo Hilfswilligen in das rückwärtige Armeegebiet in den Raum von Kanowo verlegt auf  Grund der schlechten Beschaffung von Rauhfutter.

Kanowo (Protzenstellung der 3. Batterie)

 

                      Wetter: regnerisch

                      Verschuss: 5

 

23.11.           Geringes Störungsfeuer, sonst  Ruhe.

                 Beginn eines Unterführerlehrganges unter Leitung  von Oblt. v. Gösseln. Herr Oberst  Barth besichtigt die Feuerstellungen.

                      Wetter: leichter Frost, klare Sicht

                      Verschuss: -

 

24.11. und   Keine Kampfhandlungen. In der Nacht zum 26.11. macht der Russe beim Bahnhof (792) 

25.11.            mit Lautsprechern Propaganda. Ein paar gut liegende Schüsse der 4, Battr. Bringen ihn zum Schweigen.

                       Wetter: gut, Sonnenschein, nachts Frost                 Oblt. Gerike Lazarett. Gelbsucht.

                      Verschuss: 11                                                                Lt. Kißling übernimmt die stellv. Führung der  3. Battr.

 

26.11.           Die Div. übernimmt den Abschnitt "Zimmermann"  ostw. der Grus. Heerstraße bis zum Dorf Terek am Terek. Die Abt. übernimmt den art. Feuerschutz für I. Batl. G.R. 117, das im Abschnitt Bezugspunkt 907‑154,4 eingesetzt wird. Eine seitliche B.St. 300 m ostw. 603 wird von 3./711 bezogen.

                      Wetter: Schneefall

                      Verschuss: 30

 

Das ist in etwa der „Abschnitt Zimmermann“ von ostwärts der Grusinischen Heerstrasse bis zum Dorf Terek am Terek im Osten. Dazwischen verläuft die HKL nördlich von Malgobek. Luftlinie ca. 60 km.

 

Vgl. hierzu Korrektur am Ende der Seite

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

27.11. und   Beiderseitiges Störfeuer.

28.11.            Die zum Reiterzug abgestellten Reiter  kehren zu ihren Einheiten zurück. Jeglicher Nachschub an Betriebsstoff wird gesperrt.  Alle Versorgungsfahrten müssen  bespannt durchgeführt werden. Die Abt. muß die Fahrten für 3./711 (mot) mit übernehmen.

                      Wetter: Leichter Frost, klare Sicht

Kanowo (21.11.) – Grusinische Heerstrasse im Westen mit Bahnlinie – Demetjewski (2.1.1943) – Lugovskaja (30.12.1942) – Dorf Terek am Terek (26.11.) – Malgobek (25.10.) – Wossenenskaja (16.9.) –Pretgornaja (Pretgornoe) (15.12.)

                          Verschuss: 26

29.11.          Am frühen Morgen starker Gefechtslärm bei linkem

                      Nachbarn. Der Russe greift in Btl.‑Stärke  bei 154,4 in

                      nordwestl.  Richtung an. Im eigenen Abschnitt außer

                      starkem art. Störungsfeuer Ruhe, jedoch gegen Mittag

                     starker Gefechtslärm und Angriffsbewegungen im

                     Vernichtungsfeuerraum Ida. Die Abt. löst einen Feuerschlag aus.  Damit kehrt Ruhe ein.

                     Wetter: gut                                           8./Wfr. wird der Abt

                     Verschuss: 29                                       wieder unterstellt.

                     Gesundheitszustand: Gelb-

                     suchterkrankungen nehmen weiter zu.

 

30.11. –

10.12.                        Die Tage fehlen im Tagebuch.

 

 

 

 

11.‑14.12.42 Keine Infanterie‑Tätigkeit. Beiderseitiges artilleristisches Störungsfeuer auf Fahrzeuge, kleine Ansammlungen u. Bunker. Des nachts Bombenabwürfe auf die Unterkünfte der Division.

                         Wetter: Nachts Frost, leichter Nebel.

                        Ersatz: 15 Mann

                        Munition: 76 Schuss

 

15.12.            Bekämpfung von 2 Geschützen mittleren Kalibers   1   500 m südostw. des Bahnhofes  Pretgorna.

                     Wetter: Nachts Frost, am Tage 

Bahnhof Pretgorna (Pretgornoe) an der Bahnlinie Mozdok – Malgobek

 

                      Tauwetter

                      Munition: 35 Schuss

 

16.12.            Störungsfeuer auf dieselbe Feindbatterie und auf  50 Mann, die sich in die  Bahnhofsmulde ziehen. Leichtes Artill. Feuer des Gegners auf vordere. Linie. Stärkerer Verkehr im rückwärtigen Feindgelände.

                      

17.12.            Den ganzen Tag herrscht Ruhe. Nach Überläuferaussage ist mit einem Feindangriff  am nächsten Morgen zu. rechnen.

                       Wetter: Frost und klares Wetter.

                       Munition: ---

 

18.12.            Von 3.30 Uhr bis 4.3o Uhr schießt die Abt. westlich und ostwärts des Bahnhofs  Störungsfeuer, um den Gegner an einer Bereitstellung zu hindern. 5.30 Uhr wird eine Feindansammlung in Starke von 7o bis 8o Mann am Knick der Grusinischen Heerstraße (auf halber Höhe) zerschlagen. Während des ganzen Tages starker Verkehr einzelner Leute am Kolchos. Keine Feindtätigkeit

                       23.00 Uhr Überläuferaussage, daß der Gegner 600 Mann Ersatz erhalten habe und auf  der ganzen Front angreifen wolle.

                      Wetter: Wie am Vortage.

                      Munition: 64 Schuss

 

19.12.             Da nach den Beobachtungen des Vortages und der Überläuferaussagen zu rechnen ist,   schießt die Abt. von 3.3o Uhr bis 4 30 Uhr Störfeuer in Gegend des Bahnhofes und Kolchos. Wie erwartet, greift der Gegner um 5.oo Uhr ent­lang der Grussinschen Heerstrasse in Stärke von 250 Mann und westlich des Kolchos  mit etwa 80 Mann an.

                       An beiden Stellen wird er unter blutigen Verlusten abgewiesen. Kurz darauf bekämpft die Kanonenbatterie mit gut Erfolg eine LKW‑Kolonne auf der Heerstraße. 6.45 Uhr greift der Russe mit 2 Kompanien westlich des Bahnhofes an, auch hier erreicht er nichts. Selbst nach einer Salve mit der Stalinorgel auf die vordere Linie westlich des Kolchos gelingt es ihm nicht, in unsere Stellungen einzudringen. An dem gemeinsamen Abwehrfeuer von Infanterie und Artillerie scheitern alle sein­e Angriffe, die er während des ganzen Vormittags bald hier,  bald dort besonders an der Heerstraße,  hart westlich des Kolchos und an der Kleinbahn mit kleineren und größeren Mengen vorträgt. Die feindl. Artillerie unterstützt die Angriffe nur wenig, jedoch erzielt sie einen Treffer am Arbeitsgeschütz der 10. Batterie und zerschlägt bei der 8. Batterie die Holme eines Werfers.

                      Wetter: Nachts Frost, am Tage klares Wetter

                      Munition: 291 Schuss

                      Gesundheitszustand: Gut, noch geringeres

                      Auftreten von Gelbsuchtfällen.

 

2o.12.42       Allgemein wird mit weiteren Angriffen gerechnet.

                       Die Abt. schießt wiederum Störungsfeuer von 0.00  Uhr bis 4.oo Uhr auf Heerstrasse, in Gegend des Kolchos, westl. des Bahnhofs und in die Mulde südostwärts davon.

                       7.45 Uhr unterstützt 3. Batterie ein Stoßtruppunternehmen westlich des Kolchos. Eine  kleine Ansammlung von 30 Mann und 8 Fahrzeugen am Kolchos wird zerschlagen. Ein Angriff von 8o bis loo. Mann um 10.30 Uhr westlich des Bahnhofes wird trotz Vorbereitung durch das Salvengeschütz abgewiesen und ein wiederholter Angriff um 13.30 Uhr bleibt ebenfalls ohne Erfolg für den Gegner.

                         Wetter: Frost, leichter Nebel                                8. Batt. tritt zur III. Abteilung,

                         Munition: 114 Schuss                                           9. Batt. zur II. Abteilung.

 

21.12.             Während der Nacht hat der Gegner je eine leichte Batterie bei 6o8 (Kolchos) und 1 km südostwärts des Bahnhofes in Stellung gebracht. Beide werden mit Erfolg von der Abt. bekämpft. Drei in der Mulde beim Bahnhof auftauchende Panzer nimmt die 4. Battr.     unter Feuer und zwingt sie zum Abdrehen. Die Feuerstellung der 3. und lo. Battr. erhalten Beschuß und von der 3. Batterie fallen 2 Geschütze durch Treffer aus.

                         Wetter: Tauwetter

                         Munition: 141 Schuss

 

22.12.            Keine Infanterie‑Tätigkeit. Feindliches Artilleriefeuer auf die Zufahrtswege

                        Wetter: regnerisch, kühl

                        Munition: 20 Schuss

 

23.12.                        Die Abt. bekämpft die vorgezogenen Geschütze des Feindes und eine Marschkolonne von 6o bis 8o Mann und 6 Fahrzeugen. 3. Battr. bezieht  neue Stellung 8oo südwestl. des Abt. Gef. Std. Der Feind schießt auch des nachts mit 2 schweren weit­tragenden  Geschützen aus der Gegend 3 km südostw. des Bahn­hofes nach Mosdok.

                        Wetter: Leichter Nebel

                       Munition: 70 Schuss

 

24.12.            Die Kanonenbatterie bekämpft die beiden schweren Geschütze und zwingt sie zum Stellungswechsel.

                       Keine Infanterietätigkeit.

                         Wetter: Leichter Frost, Nebel

                         Munition: 62 Schuss

 

25.12.            Ein Angriff von 60 bis 80 Mann 2 km nordostw. des Bahnhofes wird abgeschlagen,  eine Fahrzeugkolonne versprengt.  Gegen Mittag starkes zusammengefasstes  Artilleriefeuer ­ des Gegners, besonders in Gegend Kolchos ‑ Heerstrasse.

                         Wetter: regnerisch, kalt

                         Munition: 41 Schuss

                         Gesundheitszustand: leichte Magen- und Darmerkrankungen

 

26. bis

29.12.42        Geringe feindl. Artillerietätigkeit. Nachts Störungsfeuer nach Mosdok.

 

3o.12.             Die Pferde der 3. Battr. kommen aus dem rückwärtigen Gebiet nach Mosdok zurück.  Befehl zum Aussuchen der neuen Stellungen hart nördlich des Terek. 

 

31.12.              Alle Vorbereitungen zum Rückzug werden getroffen. In der Nacht zum 1.1.1943 Stellungswechsel der 3. und 4. Batterie mit je 2 Geschützen.

                        4. Batterie bezieht Stellung westlich Lugowskaja, 3. Batterie nordwestl. der Brücke bei Terskaja

                        B.‑Stellen auf der Höhenkette 1 km südlich Mosdok. Das unterstellte Geschütz der 9.  Batterie geht in Lukowskaja in Stellung.

                        Motzug verbleibt jenseits des Terek zur  Unterstützung des Nachhutbatallions

                        Die Abt. ist dem G.R.7o unterstellt.

Lugowskaja (Lukovskaja) – Terskaja (Brücke über den Terek)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Brücke über den Terek in den ersten Tagen des September 1942 (Aufnahme: Horst Kaiser) vorne mit Funkgerät auf dem Rücken: mein Truppführer kurz vor Überschreiten der Brücke

 

 

   

Terek - Gefechtskarte

Quelle: "Geschichte der 111. Infanterie Division 1940 - 1944" Friedrich Musculus, Herausgegeben vom Traditionsverband der 111. Infanteriedivision e. V."

 

 

 

  

 

     

 

 

Korrektur zur Grusinische (Georgischen) Heerstrasse:

Auszug aus Wikipedia:

Grusinische (Georgische) Heerstrasse:

Die Heerstraße verbindet Wladikawkas ( Dsaudschikau) im russischen Nordossetien mit Tiflis in Georgien.

Sie führt durch das Terek-Tal hinauf zum Darielpass, durch den Ort Qasbegi, vorbei am Berg Kasbek, überwindet den Bergkamm auf einer Höhe von 2.382 m ü. NN, steigt ab zum Kreuzpass (georgisch Dschwaripass; russisch Крестовый перeвал, Krestowy perewal, 2.379 m ü. NN).

Südlich der früheren Poststation Gudauri (2.196 m ü. NN) führt die Straße in Serpentinen in die Schlucht des Bairdarka-Flusses. Von dort geht es hinab in das Tal des Aragwi-Flusses und entlang des Ufers der Kura nach Tiflis.“

 

 

Nach einer Information, die ich früher gefunden habe, beginnt die Grusinische Heersrasse bei Prochladny. Diese Information habe ich im Kriegstagebuch der II. Abteilung des AR. 117 verarbeitet; sie scheint aber nicht richtig zu sein.

 

Nachdem ich jetzt im April  2008 das Buch von Friedrich Musculus „Geschichte der 111. Infanterie-Division 1940 bis 1944“ gelesen habe, stelle ich fest, dass in der 111. ID. augenscheinlich mit der Grusinischen Heerstrasse die Strasse gemeint ist, die von Mosdok nach Süden über Predmostnyj (von den Deutschen „Fischerdorf“ genannt) in Richtung Vosznesenskaja (Wosnessenskaja) führt (heute P 296), und nicht die von mir so gekennzeichnete Strasse ab Prochladny (Musculus Seite 123 und 125). Insofern sind meine Erläuterungen zu berichtigen.

 

Diese Auslegung macht auch die Zuordnung des im Tagebuch genannten „Bahnhof“, der auch einmal als „Bahnhof Predgornoe“ bezeichnet wird, plausibler.

 

Die von mir skizzierte West-Ost-Ausdehnung des Terek-Brückenkopfes wird hierdurch nicht verändert. Bei Musculus ist im Osten der Ort Terek genannt und im Westen der große Terek-Bogen (wo der von Süden kommende Terek um 90 Grad nach Osten umschwenkt), und die Orte Terekskoe, Urozajnoe, Baraki, Arik, Nisny Akbas und Terek.

 

 

 

 

Fortsetzung Teil 4