Horst Kaisers Homepage

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Einleitung

 

Kriegsende und amerikanische Gefangenschaft

 

Russlandfeldzug

II./Artillerie Regiment 117 Kriegstagebuch   

Dezember 1941 bis Januar 1943

 

III./Artillerie Regiment 117

Chronik Mai 1943 bis zur Vernichtung am 12. Mai 1944

 

Prütznow

unter Polen und Russen

von März 1945 bis Mai 1946,

ein Tagebuch von Brunhilde Dallmann

 

Familie Kaiser aus Prütznow und Labes

 

Stammbaum der Familien Kaiser und Eitzen

 

Mein Schulbesuch in Labes

 

Prütznow  - Labes

Orts-Seiten

 

 

Schwessin

Kreis Köslin/Pommern

Flucht / Treck 1945

und Treffen in der Lüneburger Heide

 

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Impressum/Kontakt

 

 

 

 

Allgemeine Einführung

 

In  Prütznow  Kreis Regenwalde in Pommern (siehe Bilder und Landkarten auf der verlinkten Seite bei Genwiki) wurde ich am 29. Juli 1923 als Sohn des Landwirts und Geflügelzüchters Herbert Kaiser und seiner Ehefrau Elisabeth geborene Müller geboren. Ich habe dort bis zum Kriegsende gelebt, natürlich unterbrochen durch meinen Dienst als Kriegsfreiwilliger im Reichsarbeitsdienst und in der Wehrmacht bei der Artillerie ab Februar 1941.

 

Von Mitte September 1941 bis zu meiner Verwundung im Sommer 1943 war ich Angehöriger des Artillerieregiments 117 im der 111. Infanterie-Division und mit diesem in Südrussland eingesetzt. Der Einsatz begann bei Kiew, ging über das Donezbecken (Debalcewo) bis zum Kaukasus bei Mosdock am Terek und zurück über Rostow am Don bis in die Gegend von Taganrog. Da ich bei der „bespannten“ (nicht „motorisierten“) Artillerie war, mussten wir den ganzen Weg zur Schonung der Pferde zu Fuß zurücklegen; nur ganz selten durften wir aufsitzen. Höchste Tagesleistung war im Januar 1943 auf dem Rückmarsch bei eisiger Kälte 80 Kilometer, und da sind wir gerne gelaufen. Nach wenigen Stunden Rast ging es nochmal 60 Kilometer weiter. Wenn man nach der heutigen Routenplanung von Falk geht, waren es mehr als 2.500 Kilometer von Kiew bis Taganrog.

 

Nach meiner Verwundung und einem Genesungsurlaub und Sonderurlaub zur Wiederherstellung der Gesundheit  sowie einem fälligen Erholungsurlaub, der vor Abstellung zur Front gewährt werden musste, nahm ich an einem Auffrischungslehrgang als Funker teil. Von jedem Lehrgang blieb einer als Ausbilder bei der Ersatzeinheit, und dieser Eine war ich. Ich habe dann bis Ende 1944 in Braunschweig und Magdeburg Rekruten ausgebildet. Anfang 1945 wurden alle Abiturienten zu einem Offiziersnachwuchslehrgang (2. Batterie/Offiziers-Nachwuchsabteilung der Artillerie 31, 21. Lehrgang, 2. Zug, Braunschweig) abkommandiert.

Mit diesem Lehrgang wurden wir Ende März 1945 von Braunschweig aus in Marsch gesetzt, um die alliierten Truppen an der Weser aufzuhalten. Über diese Zeit und die anschließende amerikanische Gefangenschaft habe ich in der Gefangenschaft ein Tagebuch geführt, das ich hier unter dem Titel Kriegsende und amerikanische Gefangenschaft veröffentliche (siehe nebenstehenden Link).

 

Meine Mutter war am 2. März 1945 zusammen mit unseren Angestellten und bei uns einquartierten Flüchtlingen mit einem Wehrmachts-Lastwagen wenige  Stunden vor Einmarsch der Russen geflüchtet. Sie konnten sich zu unserem vereinbarten Treffpunkt bei einer Tante in Malente-Gremsmühlen in Holstein durchschlagen, wohin sie schon vorher einige, wenige Habseligkeiten hatte auslagern können. Da ich durch eine Postkarte nachweisen konnte, dass sie in Malente ist, wurde ich dorthin entlassen.

 

Nach meiner Entlassung aus der Gefangenschaft im Februar 1946 musste ich, um studieren zu können, zunächst in Plön einen dreimonatigen Lehrgang besuchen, um das Abitur zu machen, da das „Kriegsabitur“, das ich bei Eintritt in die Wehrmacht erhalten hatte, nichts galt. In Kiel habe ich bis Juni 1950 Volkswirtschaft studiert mit Staatsexamen als Diplom-Volkswirt. Ab 1. August 1950 trat ich als Assistent des Geschäftsführers in die Drahtfabrik meines Onkels in Burg in Dithmarschen ein.

 

Am 29. Dezember 1951 heiratete ich in Malente Leonore Eitzen,  die als 19jähriges Mädchen unmittelbar vor  Einmarsch der Russen aus ihrem Heimatdorf Schwessin Kreis Köslin/Pommern zusammen mit ihrer Schwester Eva unter großen Strapazen mit Fahrrädern an der Ostseeküste entlang geflüchtet und letztlich in Malente gelandet war. Am 11. August 1952 wurde unsere Tochter Andrea in Kettwig geboren. Wir hatten inzwischen unseren gemeinsamen Wohnort in Mülheim an der Ruhr begründet in einer 33 qm großen Wohnung. 

 

Da mein Onkel selbst Erben hatte, empfahl er mir, in eine andere Stelle zu wechseln, die ich ab 1. Dezember  1951 als Prüfungsassistent bei dem Wirtschaftsprüfer Dr. Magnussen in Mülheim an der Ruhr fand. Schon nach einem halben Jahr wurde ich als Prüfungsleiter eingesetzt.

 

Bei einem Mandanten, der Hauhinco Maschinenfabrik in Essen, wurde überraschende die Stelle des Leiters des Rechnungswesens frei, die mir ab 1. November 1955 übertragen wurde. Dort war ich bis zu meiner Pensionierung Ende 1988 als Prokurist tätig.

 

28 Jahre lang war ich ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht und am Arbeitsgericht, 25 Jahre lang Mitglied der Vertreterversammlung der LVA Rheinprovinz und dort Leiter des Hauhaltausschusses.

 

Nach meinem Eintritt in den Ruhestand kam Zeit, um sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. 1989 fuhr ich mit meiner Frau, unserer Tochter Andrea und meiner Cousine Sigrid, die 1941 in Labes geboren ist, erstmals nach 44 Jahren mit eigenem Pkw. in unsere Heimat.  Da ich mit keinen Illusionen gefahren war, war dieser Besuch keine Enttäuschung. Unser Wohnhaus war unten Volksschule geworden, oben wohnten Polen. Der Speicher war vorhanden und wurde teilweise als Büro genutzt. Die aus Holz bestehenden Hühnerställe waren natürlich nicht mehr vorhanden. Dafür standen auf dem Grundstück eine Betonsteinfabrik und eine Asphaltfabrik, die Straßenbelag herstellte.  Sehr gut aufgenommen und betreut wurden wird von Stacho, einem Polen, der 1939 als Kriegsgefangener nach Prütznow gekommen war und gut Deutsch sprach, und seiner Familie. Stacho ist auch in dem Tagebuch von Brunhilde Dallmann oft erwähnt, auf das ich später zu sprechen komme.

Auch die Heimat meiner Frau, Schwessin im Kreis Köslin, besuchten wir, fuhren durch die Pommersche Schweiz und an der Ostseeküste entlang und blieben einen Tag in Stettin.

 

Sigrid, die aus geringen Erinnerungen heraus – sie war bei der Flucht 4 Jahre alt – und Erzählungen Labes usw. kannte, war von dieser Reise so beeindruckt, dass sie 2 Jahre später die ganze Familie Kaiser zur Feier ihres 50. Geburtstages nach Labes einlud. Es kamen 34 Personen, alle mit eigenem Pkw. oder Campingwagen. Wir besuchten wieder auch Prütznow, und der ganze Dorfplatz stand voller Autos. Stacho und seine Familie bewirteten alle 34 Personen in ihrem Haus mit einem tollen Mittagsessen.

 

Als ich mir 2000 einen Computer gekauft hatte, habe ich die vorhandenen Fotoalben und die losen Bilder eingescannt und dabei verschiedene Fotoalben mit Power-Point erstellt. Besonders intensiv habe ich mich mit meiner Kriegszeit beschäftigt. Es entstand ein Album mit ausführlichen textlichen Erläuterungen, besonders über die Zeit in Russland. Bei dieser Gelegenheit stieß ich bei Ebay auf das Kriegstagebuch der 2. Abteilung meines Artillerie-Regimentes 117. Es gelang mir eine Kopie zu erhalten, und zwar handelte es sich nicht um das Original, sondern um eine Abschrift.

Es behandelt  einen Teil meiner Dienstzeit in Russland, nämlich von Dezember 1941 (Debalcewo im Donezbecken) über den Marsch bis   nach Mosdock am Terek am Fuß des Kaukasus und den Rückzug ab 1.1.1943 bis etwa Rostow am Don, wo die Abteilung wegen der Verluste durch Feindeinwirkung im Januar 1943 aufgelöst wurde. Dieses Tagebuch ist natürlich für mich hochinteressant. Das Original bestand wohl aus Din-A 3-Blättern, die Abschrift und die Kopie aus je 2 Blättern je Seite.

Ich habe das Tagebuch eingescannt und bearbeitet und die wenigen Eintragungen der rechten Seite auf die linke Seite übertragen und das Tagebuch mit Karten und Kartenausschnitten versehen.

Sie finden das Tagebuch auf meiner Homepage.

 

Bei diesen Erinnerungen an die alte Zeit fiel mir auch das Tagebuch von Brunhilde Dallmann über ihre Zeit unter Polen und Russen von März 1945 bis zu ihrer Vertreibung im Mai 1946  in die Hände, das ich auf dieser Seite mit Genehmigung ihrer Tochter Annemarie Thiel veröffentliche, um zu zeigen, wie die Russen und Polen nach Kriegsende mit den Deutschen umgegangen sind.

 

Da ein Neffe einmal fragte „Wo stammen wir eigentlich her“,  habe ich zunächst die Geschichte der Familie Kaiser aus Prütznow aufgeschrieben, soweit sie mir bekannt war. Außerdem habe ich meinen von meiner Mutter geretteten Ahnenpass in einen Familienstammbaum übertragen, dessen Daten ich auch zu Gedbas, einer Ahnenforschungseinrichtung übertragen habe. Alle diese Daten und Unterlagen habe ich zusammen mit Bildern usw. auf CD’s an alle Familienstämme versandt.

 

Aber ich habe mich auch ein wenig im Internet betätigt. Dazu verweise ich auf die Seite Links.

 

So, nun hoffe ich, dass diese Seite, besonders die beiden Tagebücher, Interesse finden, und ich würde mich über Reaktionen freuen.