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Bericht aus der Pommerschen Zeitung vom 14. November 1981:

 

 

Schwessiner Kirche 95 Jahre alt

 

( Im Jahre 2008 schon 122 Jahre alt )

 

Unsere Heimatkirche in Schwessin Kreis Köslin wurde im November 1886, also vor nunmehr 95 Jahren eingeweiht. Wie lange die alte Kirche stand, wann sie abgerissen wurde und wie viele  Jahre der Neubau gedauert hat, wurde nicht überliefert.

 

Bekannt ist, daß schon im Jahre 1883 in der gegenüberliegenden Schule wegen des Kirchenneubaus Gottesdienste abgehalten wurden. Hier wurden auch während des Neubaus die Kirchenchronik und sonstige Wertgegenstände aufbewahrt. Da die Schule im Jahre 1885 einem Brand zum Opfer fiel, wurden u.a. auch die kirchlichen Wertsachen ein Raub der Flammen.

 

Das Baumaterial für die Kirche mußte von gemeindeeigenen Spanndiensten noch auf dem Landwege von Köslin herangefahren werden. Mit dem Bau der Chaussee Köslin‑Schwessin wurde erst 1886 begonnen.

 

Bei der musikalischen Umrahmung des Einweihungsgottesdienstes wirkte der Schwessiner Männerchor unter Leitung des Lehrers Albert Ziemer mit. Über die Leistung dieses Chores soll sich der anwesende Superintendent besonders lobend ausgesprochen haben. (Die Lehrer Ziemer wirkten vier Generationen hindurch von 1803 bis 1928 an der Schule I zu Schwessin)

 

Zur Zeit der Kircheneinweihung hat Pastor Johannes Friedrich Adler im Kirchspiel Geritz‑Schwessin amtiert. Ihm folgten von 1887 bis 1894 Pastor Beckmann. Von 1894 bis 1932 Pastor Magdalinski und von 1933 bis 1945 Pastor Niepel. Das erste Paar, das von Pastor Magdalinski in Schwessin getraut wurde, war der spätere Bürgermeister Reinhard Manke und seine Ehefrau Emma, geb. Mews.

 

Das Pfarrhaus des Kirchspiels Geritz‑Schwessin stand ursprünglich in Geritz, wo auch die Söhne von Pastor Magdalinski geboren wurden.

 

Der Konfirmandenunterricht wurde ebenfalls in Geritz abgehalten. Die Konfirmanden mußten den weiten Landweg seinerzeit bei Wind und Wetter, Frost und Schnee wöchentlich zu Fuß zurücklegen und kehrten in den Wintermonaten oft erst bei Dunkelheit nach Hause zurück.

 

1904 verlegte man die Pfarre von Geritz nach Schwessin, wozu ein neues Pfarrhaus notwendig wurde. Die Gottesdienste wurden sonntags um 9 und um 11 Uhr abgehalten.

 

Im ersten Weltkrieg mußte eine der zwei vorhandenen Glocken der Schwessiner Kirche abgeliefert werden. Diese wurde im Jahre 1922 durch eine neue ersetzt. Die älteste, die sogenannte "große Glocke" mußte im 2. Weltkrieg abgeliefert werden. Sie überstand den Krieg und läutet heute von der Kirche in Walsum‑Aldenrade am Niederrhein, vom Hamburger Glockenlager dieser Kirche als Leihgabe überlassen.

 

Die Daten der Glocke: Hauptton a, unterer Durchmesser 89 Zentimeter, Gewicht 383 Kilogramm, Gußjahr 1825. Die Inschrift dieser Schwessiner Glocke lautet:

 

Gefertigt von A. W Schuhmacher in Neustettin, 1825.

 

Ertöne laut zu unsers Gottes Ehre. Zu unsers Herren heilgen Lehre.

 

Ruf Ernst das Hertz zum Traualtare. Und die Vollendeten zur Totenbahre.

 

Glokke der koeniglichen Kirche zu Schwessin bei Coeslin zugehörig.

 

Einsender: Eva Somfleth, geb. Pomplun, jetzt Stader Straße 29, 2150 Buxtehude

Der Artikel wurde von Gerhard Köpke aus seinem Archiv zur Verfügung gestellt.

 

 

 

Nachstehend einige Bilder aus heutiger Zeit:

 

 

Das Innere der Kirche im Oktober 2000

Aufnahme: Gerhard Köpke

 

Der alte deutsche Taufstein mit deutscher Inschrift

Aufnahme Marga Helmer geb. Wolff

                                                           

Das Kirchen-Innere im Oktober 2000

 

Neben der Kirche ist eine Leichenhalle errichtet worden

(Aufnahme: Gerhard Köpke, Oktober 2000)